SV Siglingen 1930 e.V.
SV Siglingen 1930 e.V.
 

Die Historie des SV Siglingen

Vereinschronik SV Siglingen

Die Jahre nach dem 1. Weltkrieg erfasste die umliegenden Dörfer und Städtchen mehr oder weniger früh mit dem Virus Fußball. Überall wurden mit Begeisterung Mannschaften gebildet, um erste Wettspiele auszutragen.
Auch in Siglingen war dies nicht anders. 1922 wurde das erste reguläre Spiel gegen die Spvgg Möckmühl - und zwar im Sülztal - ausgetragen, welches mit einer 2:8 Niederlage endete. Folgende Spieler waren dabei: Karl Krieger, Wilhelm Schupp, Wilhelm Müller, Karl Hahnemann, Hermann Hahnemann, Albert Emert, Eugen Emert, Emil Feucht, Wilhelm Fundis, Herrmann Emert und Paul Müller. Der letztgenannte musste auf Siglinger Seite jedoch zuerst in die Christenlehre. Deshalb wurde der Spielbeginn um eine ½ Std. verlegt . Dieses Spiel war aber nur eine einmalige Sache, weil die Wiesenbesitzer sich weigerten, ihren Besitz auf Dauer den Fußballern zu überlassen. Aus diesem Grund gab es keine Trainings- bzw. Spielmöglichkeiten, so dass sich der Fußball wieder im Sande verlaufen hatte.

In den Jahren 1926 - 1927 - 1928 gab es neue Anläufe mit Spielen gegen Züttlingen und Herbolzheim, wiederum auf improvisierten Plätzen. Sonntag vormittags wurden noch die Tore aufgestellt und der Platz, damals auch Wiese genannt, spielfähig gemacht. Diese erneuten Anläufe wurden unter anderem von Fritz Lösch, Gustav Strecker, Erwin Hübler, Paul Müller, Julius Strecker, August Baur, Kurt Baumann etc. unternommen.
Nach den erneuten Versuchen konnte jedoch kein geregelter Spielbetrieb stattfinden.
Ein Teil der Spieler schloss sich deshalb dem SC Züttlingen an. Denn diese hatten schon einen eigenen Platz. In den folgenden Jahren drängte die Siglinger Fußballjugend immer mehr darauf, einen Verein zu gründen und eine Mannschaft für Wettspiele und Teilnahme an organisiertem Fußball zu stellen. 1930 wurde erneut ein Anlauf unternommen. Erstes Ziel war es, einen Sportplatz zu errichten. Die Sportplatzfrage konnte jedoch nur mit Zustimmung des Bürgermeisters gelöst werden. Dieser stand den Ideen jedoch fremd und ablehnend gegenüber. Unter Strafandrohung wurden die Spieler aufs Rathaus gerufen, um das Spielen auf den Gemeinde eigenen Plätzen und Wiesen zu unterlassen. Unter diesen Gesichtspunkten konnte das Vorhaben nur mit einer Persönlichkeit im Ort gelingen.
Zu diesem Thema wurden mehrere Gespräche mit Hauptlehrer Eugen Monauni geführt, auch mit dem Ziel, dass dieser Vorstand werde, um dieses Vorhaben zu realisieren. Dieser sollte sich auch um die Platzfrage kümmern. Mit der Zusage von Herr Monauni wurden alle Fußballbegeisterten im Ort am Sonntag 22. Juni 1930 um 20.00 Uhr ins Nebenzimmer des Gasthauses zur Rose eingeladen.

Es erschienen:
Eugen Monauni, Eugen Walter, Karl Walter, Herrmann Emert, Richard Emert, Friedrich Dod, Gerhard Dod, August Baur, Paul Müller, Emil Göhringer, Herrman Schropp, August Schropp, Heinrich Feucht, Eduard und Fritz Rutsch sowie Heinrich Bauer. Nach ausführlichen Diskussionen und Aussprachen wurde unter der Zustimmung der Anwesenden die Gründung des SV Siglingen bekannt gegeben. 1.Vorsitzender wurde Eugen Monauni. Im Anschluss wurde beschlossen, im Herbst an der beginnenden Verbandsrunde teilzunehmen. Herr Monauni musste nun Gespräche mit dem Bürgermeister über ein der Gemeinde gehörendes Grundstück oberhalb der Jagstbrücke, mit späterem Erfolg, verhandeln.
Wegen der restlichen Grundstücke musste mit den Besitzern Pachtverträge abgeschlossen werden. Dies gelang auch in zwei Fällen. Als einziger hat Gottlob Gebhard sich besonders entgegenkommend und nobel gezeigt und die Annahme eines Pachtgeldes lächelnd weit von sich gewiesen, und zwar mit der Bemerkung: “Man kann nicht auf der einen Seite einer der reichsten Bauern sein wollen und andererseits sich wie ein Pfennigfuchser benehmen.“ Hier sage noch einer es gab damals noch keine Sponsoren. Den Machern fiel ein großer Stein vom Herzen. Wenn Gottlob Gebhard nicht zugesagt hätte, wäre der Verein wieder ohne Platz gewesen. Gottlob Gebhard hat darüber hinaus noch einige Zwetschgenbäume fällen lassen, damit das obere Tor errichtet werden konnte. Jetzt konnte einigermaßen gekickt werden.



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